Was Sie über die neue Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) wissen müssen.

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Sie möchten auf die Schnelle wissen, was die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) für Sie an Pflichten bereit hält? Dann lesen Sie diesen Artikel. Dieser Text wurde als letztes am 12.12.2014 aktualisiert. Lesen Sie dazu unten mehr.

Für Eilige: Am 13. Dezember 2014 geht es los, aber das dürften Sie bereits wissen, wenn Sie diese Zeilen lesen. Ende 2014 tritt also die neue Lebensmittelinformationsverordnung (kurz: LMIV) in Kraft. Sie regelt fortan auch den Umgang mit nicht vorverpackter Ware, worin grundsätzlich ihre Relevanz für die Gemeinschaftsverpflegung begründet liegt. Wir verraten mal das Ende: Sie müssen alle 14 Allergene ausweisen. Nicht mehr und nicht weniger. Weitere Angaben sind zwar herzlich willkommen, aber (noch) keine Pflicht. Ein kleines Hintertürchen gibt es ja immer. Wie Sie das alles auf die Schnelle noch abbilden können, zeigen wir Ihnen übrigens hier. In diesem Artikel geht es jetzt weiter mit den Details.

Also von Vorn: Als „Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung“ gelten „Einrichtungen jeder Art (darunter auch Fahrzeuge oder fest installierte oder mobile Stände) wie Restaurants, Kantinen, Schulen, Krankenhäuser oder Catering-Unternehmen, in denen im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit Lebensmittel für den unmittelbaren Verzehr durch den Endverbraucher zubereitet werden […]“ (nachzulesen in Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe c). Willkommen im Club.

Am spannendsten wird es für Sie in Artikel 44, dann kämpfen Sie sich zu Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe c bzw. Artikel 9 und 10 allgemein durch und erfahren, welche verpflichtenden Angaben und welche freiwilligen Angaben für Sie gelten. Stichwort: „Verzeichnis der verpflichtenden Angaben“. Die Verordnung schickt Sie dann übrigens erst mal in den Anhang II, wo Sie endlich in Erfahrung bringen können, was Sie Ihren Gästen pflichterfüllend mitteilen sollten: Stoffe oder Erzeugnisse, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen. Die großen 14: glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fische, Erdnüsse, Sojabohnen, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Senfsamen, Schwefeldioxid/Sulfite, Lupinen, Weichtiere sowie jeweils daraus gewonnene Erzeugnisse. Woher all diese Angaben stammen sollen? Darüber dürfen sich die Hersteller & Lieferanten den Kopf zerbrechen, Sie und wir sind nur die Mittelsmänner in Richtung Endverbraucher.

Um den Endverbraucher dreht sich ja ohnehin alles. Die LMIV soll in Zukunft europaweit für einheitliche Verbesserungen bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln und deren Lesbarkeit sorgen. Dabei sind die nicht vorverpackten Waren noch das geringste Problem. Enorm umfangreich und dadurch nicht ganz leicht umzusetzen wird es für diejenigen, die sich daran halten müssen.

In Zukunft hat auf jeder Verpackung genau draufzustehen, was auch wirklich drin ist. Die LMIV soll dabei sicherstellen, dass die Hersteller europaweit einheitliche und klare Vorgaben zur Kennzeichnung der Lebensmittel erfüllen und der Endverbraucher beim Lebensmitteleinkauf umfassend informiert wird. Ganz im Sinne des Verbrauchers sollen die Angaben auf den Etiketten verpackter Lebensmittel in naher Zukunft umfangreicher und besser lesbar sein als bisher. Hiervon betroffen sind zum Beispiel Angaben zum Nährwert, zur Herkunft von Fleisch und Geflügel oder zu enthaltenen Allergenen. Etwas weniger drastisch trifft es lose, unverpackte Ware. Der Verbraucher soll künftig aber auch in Restaurants oder Bäckereien leichter erfahren können, in welchen Produkten sich Stoffe verstecken, die Allergien auslösen können. In der Verordnung heißt es daher auch: „Die Bereitstellung von Informationen über Lebensmittel dient einem umfassenden Schutz der Gesundheit und Interessen der Verbraucher, indem Endverbrauchern eine Grundlage für eine fundierte Wahl und die sichere Verwendung von Lebensmitteln unter besonderer Berücksichtigung von gesundheitlichen, wirtschaftlichen, umweltbezogenen, sozialen und ethischen Gesichtspunkten geboten wird.“ (Artikel 3 Absatz 1). Wenn die LMIV am 13. Dezember 2014 in allen Mitgliedsstaaten der EU in Kraft tritt, löst sie bisher geltende nationale Verordnungen (bei uns in Deutschland also die Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung) ab. Hier ein Überblick über die wichtigsten neuen Regeln:

Nährwertkennzeichnung wird Pflicht: Nachdem die Lebensmittelampel eine Absage bekommen hat, hat sich die EU auf eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung in Form einer Tabelle, die bislang weitgehend freiwillig erfolgte, geeinigt. Die Darstellung der Nährwertkennzeichnung in Form einer Tabelle wird also zur Pflicht. Künftig müssen der Brennwert sowie sechs Nährstoffe – die Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz – angegeben werden. Auch die Angaben zu Richtwerten für die Tageszufuhr („GDAs“) können zusätzlich zu den Pflichtangaben im Rahmen der Nährwerttabelle freiwillig angegeben werden. Deutschland zählt bei der freiwilligen Nährwertinformation zu den Vorreitern. Ein Großteil der verpackten Lebensmittel trägt Nährwertangaben – und das sogar schon lange vor der verpflichtenden Verordnung. Es bleibt allerding abzuwarten, ob diese freiwilligen Angaben langfristig Bestand haben, da sie als Zusatzangabe häufig viel Platz auf der Verpackung in Anspruch nehmen. Allergenkennzeichnung: Die allergenen Zutaten, die von den Herstellern bereits deutlich in der Zutatenliste gekennzeichnet werden müssen, sind laut der LMIV zukünftig zusätzlich optisch hervorzuheben, etwa durch eine andere Schriftart oder eine andere Hintergrundfarbe. Sogar für unverpackte Lebensmittel wie etwa Fisch sowie für die Speisekarten von Restaurants gibt es nun zusätzlich eine Informationspflicht zu Allergenen Herkunftskennzeichnung: Bei der Herkunftskennzeichnung wurden durch die LMIV Neuerungen für Frischfleisch eingeführt. Neben der Angabe zur Herkunft von Rindfleisch, die bereits seit dem Jahr 2000 wegen der BSE-Krise gilt, wird in Zukunft auch bei Schwein, Lamm, Geflügel und Ziege angegeben werden müssen, wo sie herkommen. Ob bezüglich der Herkunftskennzeichnung weitere Verpflichtungen umsetzbar und sinnvoll sind, wird eine sogenannte „Folgenabschätzung“ durch die Europäische Kommission erst noch zeigen. Lebensmittelimitate und „Klebefleisch“: Bei Lebensmitteln, in denen Ersatzzutaten verwendet werden, die klassische Bestandteile ersetzen, muss dies durch eine Kennzeichnung deutlich gemacht werden. Neben dem Produktnamen muss auf den Ersatzstoff hingewiesen werden. Auch Analogkäse und Fleisch- oder Fischerzeugnisse, die aus kleineren Stücken zusammengesetzt sind („Klebefleisch“), müssen gekennzeichnet werden. Bei Analogkäse muss etwa stehen „hergestellt aus Pflanzenfett“, bei Klebefleisch zum Beispiel „aus Fleischstücken zusammengefügt“.  Koffeinhaltige Lebensmittel: Koffeinhaltige Lebensmittel und Getränke wie beispielsweise Energy-Drinks müssen Warnhinweise für Schwangere und Kinder tragen.  Alkoholische Getränke: Bei alkoholischen Getränken über 1,2 Prozent sind keine Angaben über Zutaten und Nährwerte nötig.   Mindestschriftgrößen für Pflichtangaben: Alle laut LMIV verpflichtenden Angaben müssen gut lesbar und mit einer Mindestschriftgröße von 1,2 mm abgedruckt sein. Ist die größte Oberfläche der Verpackung kleiner als 80 Quadratzentimeter, muss die Schrift 0,9 mm groß sein. Bisher hatte es keine Vorgaben zur Schriftgröße gegeben. Es hieß lediglich, die Kennzeichnung müsse „deutlich lesbar“ sein. Pflichtkennzeichnung im Online-Shop: Bisher hat es kaum Kennzeichnungsregelungen für den Internet- und Versandhandel gegeben. Mit der LMIV müssen nun auch Pflichtkennzeichnungen wie die Zutatenliste und die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln, die im Online-Shop oder Versandhandel angeboten werden, vor Abschluss des Vertrages zur Verfügung stehen. Eine Ausnahme hierbei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum, das erst zum Zeitpunkt der Lieferung verpflichtend ist. 

Alles in allem gibt es also eine Vielzahl neuer bzw. neu verpflichtender Regelungen, die für die Gemeinschaftsverpflegung grundsätzlich freiwillig sind. Verpflichtend ist also die bekannte Kennzeichnung der 14 Allergene.

Hierfür hält Qnips die passende Lösung in Form eines digitalen Speiseplanes parat. Dieser bietet die Möglichkeit, Speisepläne direkt mit vollständigen Nährwertangaben und Allergenkennzeichnungen abzubilden. Alle Informationen können online verwaltet oder auch über das Kassensystem genutzt werden.

Dank der vollen Integration von Qnips entweder in Ihr Kassensystem oder direkt angebunden an die Warenwirtschaft, lassen sich nicht nur einzelne Speisepläne, sondern auch ganze Artikelstammdaten mit Angaben zu Allergenen & Co. versehen und einfach online verwalten. Ob Sie den neuen digitalen Speiseplan dann in einer Smartphone-App, auf Ihrer Website, im Intranet oder an Touch-Displays am Ort des Geschehens nutzen möchten, macht keinen Unterschied mehr. Dank Qnips läuft die Pflege der Daten digital und auf Wunsch automatisch, so dass sich alles leicht zentral aussteuern lässt. Auch die Einbindung der vielen weiteren Vorteile von Qnips ist möglich.

Update vom 12. Dezember 2014:

Seit dem 13. November 2014 liegt nun auch ein zweiter Entwurf zur nationalen Umsetzung bei loser Ware vor: die sogenannte Vorläufige Lebensmittelinformations-Ergänzungsverordnung (kurz VorlLMIEV). Diesem Entwurf wurde vom Bundesrat bereits zugestimmt, so dass er möglichst bald in Kraft treten soll. Die wichtigste Aussage, die in der VorlLMIEV niedergeschrieben wurde, ist die Vereinfachung der schriftlichen obligatorischen Allergenkennzeichnung loser Ware im Vergleich zu dem ersten Entwurf der LMIV vom Juli. Nun haben Gemeinschaftsverpfleger und Gastronomen zusätzlich zur schriftlichen und elektronischen Information auch die Möglichkeit, ihren Gästen eine mündliche Auskunft über die in Speisen und Getränken enthaltenden Allergene zu geben. Im Folgenden noch die Infos im Detail.

Schriftliche Dokumentation obligatorisch: Der mündlichen Allergeninformation muss auf jeden Fall eine schriftliche Dokumentation über die abgegebenen Informationen zugrunde liegen, so dass der Informationsaustausch nachvollziehbar und beweisbar ist. Hier müssen allerdings keine ausführlichen Aufsätze niedergeschrieben werden, es reicht eine einfache Dokumentation, beispielsweise mit Hilfe einer Tabelle, in der durch Ankreuzen das betroffene Allergen gekennzeichnet wird. Diese schriftliche Dokumentation muss dann auch den zuständigen Überwachungsbehörden sowie auf Nachfrage auch den Verbrauchern schnell und einfach zur Verfügung gestellt werden. Außerdem sollte sich am Ort des Verkaufs ein Hinweis auf die Möglichkeit der mündlichen Information und die Einsicht in die schriftliche Dokumentation finden, so dass Gäste deutlich auf ihre Informationsmöglichkeiten bezüglich enthaltener Allergene aufmerksam gemacht werden.  Keine Schulungspflicht für Mitarbeiter: Der aktuelle Entwurf der VorlLMIEV enthält bis jetzt keine Verpflichtung zu Schulungen über allergene Zuaten für Mitarbeiter der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie. Dieser Punkt wird allerdings noch diskutiert, eine solche Umsetzung also noch offen. 

 

Wenn Sie noch mehr über den digitalen Speiseplan von Qnips erfahren oder ihn live erleben möchten, dann sprechen Sie uns einfach an: telefonisch unter +49 (0)511 165899-0 oder per E-Mail an info@Qnips.com. Einen guten Überblick bietet Ihnen auch der Artikel Bereit für LMIV & Allergenmanagement: Qnips als digitaler Speiseplan.

Und für diejenigen unter Ihnen, die es ganz genau, schwarz auf weiß und in allerfeinstem Behördenton auf 46 Seiten lesen möchten: Wir halten Sie nicht davon ab, selbst einen Blick in die Verordnung Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1924/2006 und (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinie 87/250/EWG der Kommission, der Richtlinie 90/496/EWG des Rates, der Richtlinie 1999/10/EG der Kommission, der Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 2002/67/EG und 2008/5/EG der Kommission und der Verordnung (EG) Nr. 608/2004 der Kommission zu werfen. Wir haben Sie gewarnt.

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